Mengener / Beizkofer Riedle

 

Im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen obliegt dem NABU, Ortsgruppe Mengen-Scheer-Hohentengen-Ostrach in Zusammenarbeit mit dem Landesverband seit dem 01.11.1986 die Betreuung und Pflege des "Mengener Riedle" als Nahrungsbiotop für den Weißstorch und Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten

 

 

 

Seit Mai 1989 übernahm der NABU Mengen in Zusammenarbeit mit der Natur- und Umweltschutz AG der Realschule Mengen unter Leitung von Manfred Stützel die Betreuung des NABU-Schutzgebietes. Im Rahmen dieser Kooperation Schule / NABU wurden und werden u.a. Untersuchungen zur Bestandsentwicklung von Tieren und Pflanzen, Pflegearbeiten und Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Tier- und Pflanzenarten durchgeführt.

 

 

 

 

Die betreuten, zum größten Teil im Landeseigentum befindlichen Grundstücke liegen auf Gemarkung Mengen und Hohentengen. Die extensive Bewirtschaftung erfolgt durch örtliche Landwirte nach dem Pflegeplan der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Tübingen.

     
 

Kleine Bäche fließen durch die Feuchtwiesen und am Heckengürtel entlang und halten das Riedle das ganze Jahr über feucht. 

 

Ein kleiner See bietet für viele Tier- und Pflanzenarten, die ans Leben am und im Wasser gebunden sind, eine wertvolle Lebensgrundlage.     

 

Die Wiesenflächen werden schonend gemäht, es werden weder Kunstdünger noch Gülle eingebracht. Der Weißstorch lässt nicht lange auf sich warten !

 

 

Wo der Bauer seine Maschinen nicht mehr einsetzen kann, setzt die praktische Naturschutzarbeit des NABU an; in anstrengender "Muskelarbeit" erfolgt die Mahd dieser für den Landwirt unzugänglichen Flächen ! Wichtig ist, dass das Mähgut nach der Mahd aus dem Riedle herausgenommen wird, um diesem Nährstoffe zu entziehen.         

 

 

       

Da der Weißstorch offene, gut einsehbare Nahrungsbiotope mit direktem Blick zum Horst bevorzugt, müssen aufkommende Gehölze regelmäßig entfernt werden. Dies wirkt sich auch positiv auf zahlreiche Pflanzenarten aus, die nur in offenem Gelände mit viel Licht wachsen können.
Die Wassergräben werden ebenfalls regelmäßig und vorsichtig von aufkommendem Gehölz, vorwiegend Weide und Birke, geräumt. Dies erfolgt während der Wintermonate, um Flora und Fauna weitestgehend unberührt zu lassen.           

 

          

Die kleinen Bäche führen vor allem vom Spätwinter bis Frühsommer viel Wasser auf die Feuchtwiesen, die dieses dort auch während längerer Trockenperioden wenigstens teilweise halten.
Im Frühjahr sind die Wasserverhältnisse durch die Schneeschmelze besonders ideal.           

 

 

   

 

In kleinen Tümpeln leben neben zahlreichen Amphibien während der Laichzeit (Erdkröte) auch vereinzelt noch Elritzen, heute nicht mehr häufig anzutreffende Süßwasserfische.

 

 

 

 

 

 

           

Helfen auch Sie mit, dass das Mengener Riedle als Storchennahrungsbiotop und Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt und dass im Zuge der Biotopvernetzung weitere angrenzende Flächen hinzugekauft werden können.

Ihre aktive, ehrenamtliche Mitarbeit als Mitglied oder freiwilliger Helfer sowie Ihre Spende zur Unterstützung unserer Arbeit sind jederzeit willkommen ! Kontakt können Sie hier mit uns aufnehmen.

 

 

Neuere Bilder aus dem Jahre 2003 zeigen die positive Entwicklung des Mengener Riedle in eindrucksvoller Weise. Dies ist auch der Erneuerung der vorhandenen Staustufen im Jahre 2002 zu verdanken, um das Gebiet im Sommer länger feucht zu halten.

   

Der Wiesenstorchschnabel (Geranium pratense), Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) ist vereinzelt genauso anzutreffen...

         
    
...wie links der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), Rosengewächse (Rosaceae), letzterer in größeren Vorkommen.      
      
      
      

 

 

Die erneuerten Stauhaltungen waren undicht geworden und mussten in einem Arbeitseinsatz Ende September 2003 neu abgedichtet werden.

 

Weitere, zum Teil umfangreiche Arbeitseinsätze waren in den Jahren 2004, 2005 und 2006.

 

 

Anfang Oktober 2007 wurden umfangreiche landschaftspflegerische Maßnahmen im Mengener Riedle zur Wiedervernässung durchgeführt:

 

 

         

   
  
       

         

 

 

Störche und Schnepfenvögel bekommen wieder feuchte Wiesen

Wiedervernässung von Mooren fördert die Artenvielfalt und unterbindet gleichzeitig die massive Freisetzung von Treibhausgasen. Schon für andere Wiesenprojekte wurde die NABU Gruppe Mengen-Scheer-Hohentengen-Ostrach in der Kategorie „Umwelt und nachhaltiges Handeln“ jetzt für den Ehrenamtspreis  Baden-Württemberg nominiert.

 

Mitte der achtziger Jahre wurde im Rahmen des Storchenprogramms des Landes bei Beizkofen eine Storchenauswilderungsstation eingerichtet. Der heute noch belegte Baumhorst der Beizkofer Störche stammt da her. Damit die Störche auch genug Futter für ihre Jungen finden, wurde im Zuge der Flurbereinigung das 12 ha große Storchennahrungsbiotop Mengener - Beizkofer Riedle angelegt und als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Allerdings wurden dabei, wie es eben früher üblich war, tiefe Entwässerungsgräben angelegt. Das hatte zur Folge, dass die ehemaligen Feuchtwiesen im Laufe der Jahre trocken fielen.

Als der damalige Deutsche Bund für Vogelschutz, heute NABU, 1989 in Zusammenarbeit mit der Natur – und Umweltschutz AG der Realschule Mengen unter Konrektor Manfred Stützel die Betreuung für das Gebiet übernahm, blühten noch die Trollblumen und andere Feuchtigkeitszeiger. Der Kiebitz brütete und der große Brachvogel, Kampfläufer und andere seltene Vögel machten dort Rast. Sie bleiben heute aus.

Der NABU regte  beim Regierungspräsidium Tübingen an, im Bereich der Landes - und NABU Flächen Stauhaltungen in die Gräben einzubauen um den früheren Wasserhaushalt der Wiesen wieder herzustellen. Die Maßnahme wurde als sinnvoll erachtet. Von der höheren Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium als Maßnahmeträger beauftragt, baute der NABU 2003 auf Markung Beizkofen  die ersten drei Rampen ein.

Jetzt konnte er auf Markung Mengen vier weitere, große Maßnahmen abschließen. Zweieinhalb Tage war Matthias Binder aus Beizkofen mit seinem großen Bagger und anderem Gerät im Einsatz, die Aktiven vom NABU noch viel länger. Auch die Schüler der Astrid- Lindgren Schule mit Ihren Lehrern Alfons Laux und Marko halfen fleißig mit bei der vorausgehenden Entbuschung, ebenso, als die Abfließrampen mit großen Steinen gegen die Erosion durch das Wasser gesichert werden mussten.

Weil das Mengener – Beizkofer Riedle inzwischen FFH-Gebiet ist, wurde vorher beim Fachbüro Grom für Landschaftsökologie aus Altheim eine Verträglichkeitsstudie in Auftrag gegeben. Für das Wasserrechtsverfahren und um die Flurstücke der Ober - und Unterlieger vor Staunässe zu schützen, musste zu dem ein exaktes Planwerk mit Höhenmarken erstellt werden. Die Maßnahmen wurden größtenteils vom Landkreis und dem Land bezuschusst (SZ v. 26.10.07).

 

 

 

 

 

 

 

 

Kartenübersicht:

 

Die schraffiert eingezeichneten Flächen gehören zum Mengener Riedle, die drei bunt hervorgehobenen "Linien" sind kleine Wassergräben bzw. Bäche mit einzelnen Aufstaustufen, die auch im Sommer und Herbst möglichst viel Wasser in den Feuchtbiotop führen und dieses dort halten sollen.

 

Bestandaufnahmen 1989:

Seite 1 und Nachtrag.

 

Umfangreicher Bericht 1990 Ortsgruppe / Realschule Mengen:

Seite 1: Titel

Seite 2: Betreuung (Text und Karte)

Seite 3: Übersichtstabelle Betreuung

Seite 4: Organisationsschema für die Betreuung

Seite 5: Schutzbemühungen

Seite 6: Pflegeverträge (1990)

Seite 7: Naturschonende Bewirtschaftung

Seite 8: Zur Ausweisung als Naturschutzgebiet

Seite 9: Fortsetzung Seite 8

Seite 10: Bestandsaufnahmen Beizkofer Störche 1990

Seite 11: Nahrungsreviere des Beizkofer Storchenpaares

Seite 12: Artenliste im Mengerer Riedle (siehe auch 1989).

Seite 13: Pflegemaßnahmen

Seite 14: Pflegeaktionen im Einzelnen

Seite 15: Patenschaftsurkunde

Seite 16: Cartoon / Was können Sie tun ?

 

 

Grasfroschlaich-Kartierung April 1992:

Seite 1

 

Beobachtungen zur Nahrungsökologie des Weißstorches am Besp. der "Beizkofer Störche" und dem "Mengener Riedle" (Natur- und Umweltschutz-AG und Informatik-AG der Realschule Mengen in Zusammenarbeit mit unserer Ortsgruppe, Juni 1992):

Titel, 0a, 0b, Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16.

 

Beobachtungen zur Brutökologie des Kiebitzes im Mengener Riedle (Natur- und Umweltschutz-AG der Realschule Mengen in Zusammenarbeit mit unserer Ortsgruppe, September 1993):

Seite 1 (= Titel), 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20 und 21.

 

Grasfroschlaich-Kartierung März 1994:

Seite 1

 

Grasfroschlaich-Kartierung April 1995:

Seite 1

 

Giftköder liegen im Mengener Riedle aus

SZ v. 04.08.06.

 

Realschüler sammeln für den Storchenbiotop

SZ v. 27.03.07; SN v. 29.03.07.

 

Störche bekommen wieder feuchte Wiesen

SZ v. 26.10.07

 

Biotop-Auswahl

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