Aktuell
Als nächstes steht am Montag, den 28. Mai 2012 die Blumenwiesenführung mit Werner Löw anlässlich des internationalen Tags der Artenvielfalt, "Mit Lerchengesang durch die Blumenwiesen" auf dem Programm, siehe auch Termine. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr an der NABU-Blumenwiesentafel am Donauweg unterhalb der Ennetacher Krautländer.
Schwalben gehören zum Kreuzplatz
Am Kreuzplatz, Reiserstraße, am Haus von Elisabeth König befinden sich noch sieben Mehlschwalbennester. Sie halten dort als die letzten ihrer Art die Stellung. Seit mehr als vierzig Jahren, so erinnert sich Elisabeth König, gibt es an ihrem Haus Schwalben. So lange putzt sie auch den Schwalbendreck weg. Das ist halt so. So viel Arbeit macht das nicht, meint sie. Der frühere Stadtgärtner Karl Beck habe ihr aufgetragen, lass ja die Schwalbennester an Deinem Haus, die bringen Glück, sie werden überall weniger und gehören zu diesem Platz. Sie mag ihre Schwalben und möchte sie behalten. Aber sie sollen jetzt halt nicht das neue Pflaster, das jetzt mit der Stadtsanierung verlegt wird versch….und hat beim NABU Mengen Scheer Hohentengen Ostrach angefragt was man da machen kann. Da hat man sich sehr gefreut und gleich zum Gebäude passende Kotbretter angebracht. Die Vögelchen haben sich von den Montagearbeiten nicht stören lassen und haben nach einer kurzen Irritation durch das neue Brett die Nester wieder angeflogen.
Als das Städtchen Mengen noch vom Handwerk und der Landwirtschaft geprägt war und es sich, weil an einem wichtigen, uralten Straßenknoten gelegen, zur Fuhrmannsstadt entwickelte, gab es in fast allen Häusern Rauchschwalben und außen unter den Dachtraufen die Mehlschwalben. Die flinken Fliegenfänger waren gerne gesehen weil sie auch als Glücksbringer galten. Man kann sich ganz gut vorstellen, wie gerade um den Kreuzplatz mit seinen Stallungen herum die Häuser dicht besetzt waren mit Schwalbennestern. Im Laufe der Zeit hat sich Vieles verändert. Mengen ist zur Einkaufstadt mit Schaufenstern und Bürgersteigen geworden. Die Lebensgrundlagen für die Schwalben sind damit buchstäblich weggebrochen. Aber trotzdem haben sich erfreulicherweise bis heute in Seitenstraßen noch Nester halten können. Den betreffenden Hausbesitzern sagt der NABU Dank und Anerkennung für ihre Naturfreundlichkeit und diesen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt.
Im Zuge der Stadtsanierung wird mit einem neuen Brunnen samt Wagenspuren an das frühere Fuhrmannswesen erinnert. Schwalben gehören als sogenannte Kulturfolger dazu und haben damals das Bild der Häuser in der Stadt mit geprägt. Schon von daher sind sie es wert, dass man sich um sie kümmert. Wenn die Schwalben am Kreuzplatz bleiben oder sogar dank Kunstnestern noch mehr werden, wäre das ein schönes, lebendiges Bindeglied von der alten Fuhrmannstadt zum angehenden, modernen Stadtbild, in dem die Geschichte der Stadt noch erkennbar sein soll.
Wenn man sich dann auf dem neu gestalteten Kreuzplatz auf einer der neuen Bänke niederlässt, die Störche auf dem Martinsturm sieht und die Schwalben beobachten kann wie sie ständig ihre Nester anfliegen, verstärkt sich vielleicht noch das Gefühl, in einer lebenswerten Stadt in einer noch etwas heilen Landschaft zu sein, meint man beim NABU.
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