Trögebach

Der Trögebach ist ein kleiner Wiesenbach, der hauptsächlich aus dem Grabensystem des Ennetacher Waldes im Gewann Spitzenweiher entsteht.

Auf seinem ca. 2,5 km langen Weg zur Ennetacher Ablach nimmt er Quellhorizonte und Drainagen auf.

Wie die meisten unserer Bäche wurde er auf einer weiten Strecke zur geraden Abflussrinne degradiert.

   Der Oberlauf des Trögebachs kann im Sommer fast völlig austrocknen.

Nach seinem Lauf entlang dem Klosterwäldle...

       

... schlängelt er etwas sich selbst überlassen in Richtung Renaturierung in einer kleinen Senke mit Quellfluren.

 

Nach Durchlaufen der Renaturierungsfläche, auf die unten noch ausführlich eingegangen wird...

     ...zieht er sich Richtung Ennetach hin mit einer Aufstauung nach ca. 1km, die ursprünglich als Feuerwehrlöschteich für die anliegenden Harthöfe konzipiert wurde und heute auch wichtiges Laichgewässer für die Erdkrötenpopulation der umliegenden Wälder, Hecken und Ennetacher Gärten ist.
Der Trögebach wird hauptsächlich von den vielen Hangquellen in dessen Mittellauf gespeist...

 

     

...und führt im Winter nach der Schneeschmelze sowie nach stärkeren Regenfällen besonders viel Wasser.

 
    

Er mündet ca. 80m flussabwärts...

...nach deren Gabelung zum Flutkanal in die Ennetacher Ablach.       

Gesäumt wird der Trögebach an einigen noch unberührten, wenig gedüngten Stellen im Frühjahr von der Sumpfdotterblume (Caltha palustris L.), Familie der Hornblattgewächse (Ceratophyllaceae)...     
       

... und der Bachnelkenwurz (Geum rivale L.), Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

        

 

 

Die Renaturierung des Trögebachs in dessen Oberlauf wurde in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Sigmaringen und der Stadtverwaltung Mengen Mitte der 90er Jahre durchgeführt...

         

 

 

 

 

 

 

 

...und soll seltenen Tier- und Pflanzenarten ein neues Zuhause bieten.          
 

Durch die Wiederherstellung der Mäander wird eine Verlangsamung der Abfließgeschwindigkeit des Wassers  erreicht.

   

              
    Am Bachufer blüht im zeitigen Frühjahr das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Fam. der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).   

Schwarzerlen (Alnus glutinosa) und Silber-Weiden (Salix alba) säumen den Bachlauf.

            

Diese kleine, von unserer Ortsgruppe gesetzte Schwarzerle (Alnus glutinosa) entwickelt sich allmählich zu einem stattlichen Baum! 

 

Sie hat ihr Epitheton "glutinosa" aufgrund ihrer klebrigen Knospen und Zweige. Hier sind die Fruchtstandszapfen an den Zweigen zu sehen.

 

Die Schwarzerle (Baum des Jahres 2003, 2) ist Charakterbaum der Weichholzaue, meist vergesellschaftet mit Weiden und Pappeln. Abgesehen von manchen Weiden (Salix spec.) ist sie das heimische Gehölz, welches die meiste Bodennässe zu ertragen vermag. An deren Wurzeln befinden sich Knöllchen, die durch einen Pilz hervorgerufen werden. Die Pflanze wird durch diesen Pilz zusätzlich mit Stickstoff versorgt. Ähnliches geschieht bei den Schmetterlingsblütlern mit Hilfe der Knöllchenbakterien.

        

        

 

Das Gemeine- oder Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris Moench- Garke), Fam. der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und...

         

... der purpurrote Storchschnabel (Geranium sanguineum L.), Fam. der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae), kommen neben weiteren bekannten Pflanzen im Renaturierungsgebiet vor.

Das Gebiet entwickelte sich inzwischen zu einem wertvollen Rückzugsraum...

...auch für bereits auf der roten Liste stehende Tier- und Pflanzenarten.

       

 

   Mittlerweile werden die Tümpel und Wasserrückstauungen von Gras- und Teichfröschen als Laichgewässer angenommen.

 

Neuere Bilder vom August 2003 zeigen, dass sich das anfangs so ausgeräumte und kahle Renaturierungsgebiet inzwischen prächtig entwickelt hat und viele seltene Tiere und Pflanzen beherbergt.
 

 

In Zukunft ist eine Ausweitung der bestehenden Fläche in Richtung Westen geplant, sofern die betroffenen Landwirte hierfür gewonnen werden können und entsprechende Wiesen und Äcker zur Verfügung stellen.

 

Im September 2016 erfolgte im Zuge der Erschließung des neuen Baugebiets "Im Winkel" die vollständige Renaturierung und Umleitung des Trögebachs im unten Teilabschnitt am Ortsausgang von Ennetach am Gemeindeverbindungsweg nach Zielfingen und in Richtung Schützenhaus.

SZ v. 19.04.2016 Land unterstützt Renaturierung des Trögebachs. SZ v. 14.05.2016 Wichtiger Schritt für das Baugebiet "Im Winkel" mit Verlegung des Trögebachs; SZ v. 29.07.2016 Teure Bauplätze in Ennetach; SZ v. 21.09.2016 Neues Bett und mehr Platz - Trögebach wird umgeleitet; SZ v. 28.09.2016 Trögebach fließt jetzt in neuem Bett.

 

 

 

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