Storchenbiotop Mengen

 

Unsere Gruppe war in die Beratungen zur Gestaltung der Ausgleichsmaßnahme für die Kernstadt-Entlastungsstrasse Mengen (Ablachtalstraße) als Storchenbiotop mit eingebunden. Ausgleichsmaßnahmen für Straßenbauten mit Landschaftsverbrauch sind gesetzlich vorgeschrieben und als "Ersatz" für die verloren gegangenen, wertvollen Flächen zu verstehen.

      Im Herbst 2002 entstand der Storchenbiotop in mehrwöchiger Arbeit. Dabei wurden enorme Mengen an Erdaushub bewegt und neu modelliert.
Zugleich wurde der Lauf der Mengener Ablach über eine Strecke von ca. 150m renaturiert.         
Links sehen wir das alte, in einen "Betonpanzer" gezwungene Flussbett, rechts daneben und oben im Bild das neue, in Schlingen gelegte Flussbett.

 

Mitte Dezember 2002 wurden das neue Bett der Mengener Ablach und der Storchenbiotop Mengen geflutet. 

 

 

Auf unsere Anregung hin wurden zwei Brutinseln aus Kies angelegt,...

         

...deren Pflege unsere Gruppe übernimmt.

 

Die weitere Entwicklung blieb der Natur überlassen, welche nachfolgend dokumentiert wird.

     
  
   Während der Mengener Weißstorch noch ganz in der Nähe des Storchenbiotops nach Futter suchte, weil es im Storchenbiotop selbst noch nichts zu holen gab,...
...hatten sich im Mai 2003 erfreulicherweise bereits zwei Paare des selten gewordenen Flussregenpfeifers angesiedelt, welche auf den damals noch kahlen Kiesinseln brüteten.
Der Flussregenpfeifer bat auf einem eigens von unserer Gruppe im Mai / Juni 2003 am Biotop angebrachten Schild darum, die Kiesinseln nicht zu betreten und die Hunde nicht frei laufen zu lassen.

Wir dankten an dieser Stelle der Fa. Ladenbau Gerhard König, Mengen, für die Bereitstellung und Stiftung des Schildes (SZ v. 30.05.03).

Es konnte in der Folge ein Jungvogel beobachtet werden.

 
Im Juni und Juli 2003 zeigte sich bereits das erste Grün auf den wenige Wochen zuvor noch völlig brachen Flächen.
  
 

Die nicht mehr so häufige Kornblume (Centaurea cyanus), Korbblütengewächse (Compositae) konnte als eine der ersten Blütenpflanzen im neuen Storchenbiotop angetroffen werden. Zur Kornblume siehe auch ST v. 02.08.03 und Gefährdete Pflanzenarten.

  
Ende Juni 2003 konnten beim Mengener Storchenbiotop erfreulicherweise fünf Störche, darunter drei Jungtiere auf einer frisch gemähten Wiese gesichtet werden. 

 

Flussregenpfeifer lieben kahle Kiesflächen. Darum wurde Ende September 2003 zusammen mit Schülern der Realschule und des Gymnasium Mengen bei einer gemeinsamen Pflegeaktion eine der Inseln mit Rechen und Schaufeln vom Aufwuchs befreit und abgeflacht. Die Insel wurde dabei um 50m² vergrößert.        

       
     Das Hochwasser im Januar 2004 wurde vom neuen Storchenbiotop problemlos aufgenommen und abgedämpft, es gab keinerlei Schäden durch Überschwemmungen.

Es entstand zeitweilig ein schöner kleiner See mit Wellengang.

       

 

 

         

Im Mai 2004 hatte sich das Storchenbiotop bereits prächtig entwickelt. Gesichert werden konnte wieder ein Flussregenpfeifer-Paar auf der im Herbst 2003 freigemachten Kiesinsel. Auch in diesem Jahr erging wieder die Bitte an Hundebesitzer, ihre Hunde im Storchenbiotop nicht frei laufen zu lassen, um dem Flussregenpfeifer eine ungestörte Brut ermöglichen zu können.

        
    
Auch Nachwuchs bei den Stockenten hatte sich bereits eingestellt.      

 

      

Auch verschiedene Pflanzenarten konnten im Jahr 2004 im Storchenbiotop erstmals beobachtet werden, wie z.B....

         
     die Esparsette (Onobrychis viciaefolia), Schmetterlingsblütler (Fabaceae)Esparsette,...

der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus), Schmetterlingsblütler (Fabaceae),...

die Rote Lichtnelke (Silene dioica), Nelkengewächse (Caryophyllaceae),...

die Gewöhnliche Wucherblume oder Margerite (Leucanthemum vulgare), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae),...

das Gemeine- oder Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris Moench- Garke), Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und...

... der  stinkende Storchschnabel, auch als Ruprechtskraut (Geranium robertianum), Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) bezeichnet.

 

 

Im Juni 2007 und und Juli 2008 konnte eine bereits stärkere Verbuschung des Storchenbiotops festgestellt werden.

Aus dem einst offenen und unbewachsenen Gelände wird allmählich eine Weichholzaue, was zwar für den Storch, welcher immer freie Sicht zu seinem Horst benötigt, nicht mehr optimal ist, aber anderen Tierarten einen neuen Lebensraum schafft.

2007

       
     
2008

     

 

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