Der Stauden zwischen Scheer und Laucherthal

 

 

Der Stauden ist ein Höhenzug zwischen dem Tal der Donau und dem Tal der Lauchert und eine Albhöhe. Er befindet sich mit seinem Hauptteil zwischen den Städten Scheer und Lauchterthal.

 

Er ist eine ursprüngliche, weitgehend erhalten gebliebene, sehr wertvolle typische Alb-Landschaft und bietet Lebensraum für die verschiedensten Tiere und Pflanzen. Sein Artenreichtum ist einzigartig!

 

 

 

 

 

Viele noch naturbelassene, sehr artenreiche und daher sehr wertvolle Kalkmagerwiesen wechseln mit reich strukturierten Steinriegel-Heckenstreifen ab.

   

Blick auf das Scheerer Schloss zwischen den Hecken hindurch.

 

 

Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare), Lippenblütlergewächse (Lamiaceae) am Heckenrand. In der Volksmedizin zählte der Dost zu den Universalheilmitteln. Er wurde  bereits von Hippokrates zur Geburtsbeschleunigung verwendet und sollte auch Lungenkrankheiten und Hämorrhoiden heilen. Die Blätter und Blüten, mit Wein getrunken, sollten gegen den Biss wilder Tiere helfen. Als Teeaufguß wurde er bei Katarrhen, bei Husten, Keuchhusten und Asthma, bei krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden, Blähungen, Lebererkrankungen, Menstruationsbeschwerden, Wassersucht und allgemeinen Schwächezuständen getrunken. Er wurde bei Schwindel, Fallsucht, Gedächtnisschwund und sexueller Überreizbarkeit verwendet. Er galt mit seiner beruhigenden und dämpfenden Wirkung auch als gutes Mittel gegen Liebeskummer. In der modernen Pflanzenheilkunde wird Dost nur noch selten verwendet. Unter dem Namen Origano wird er noch heute als Küchengewürz verwendet.

 

Verblühte Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae) im August

 

 

Blick auf Scheer, im Hintergrund Ennetach und Mengen.

 

 

Wald-Kiefern (Wald-Föhren) (Pinus sylvestris L.) fühlen sich auf kalkhaltigem Boden wohl. Ihre größte Verbreitung in Europa hatte die Kiefer nach der letzten Eiszeit während der Vorwärmezeit und in der Frühen Wärmezeit, dem Boreal, d.h. ca. 8200-5800 v. Chr. Zunächst war sie mit der Birke, in der Frühen Wärmezeit mit der weit verbreiteten Hasel vergesellschaftet. Als schließlich die Eiche nach Mitteleuropa vordrang, wurde die Waldkiefer auf die nährstoffarmen Sandböden abgedrängt. Die heutige, weit über das natürliche Areal hinausgehende Verbreitung geht auf forstmäßige Anpflanzungen zurück. In Deutschland liegt der flächenmäßige Anteil der Kiefer am Wald bei gut 20%.

 

 "Viel Steine gab's und wenig Brot" - nicht nur im Krieg früher, sonder auch auch dem Stauden.

 

 

Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae) ist auf Wiesen, Weiden, Magerrasen und Moorwiesen weit verbreitet, so auch auf dem Stauden. Sie hat etwa 2cm große, purpurrötliche Blütenköpfe, deren Randblüten deutlich strahlenartig vergrößert sind. Für die Bestimmung aller Flockenblumen-Arten sind die Hüllblätter bzw. ihre Anhängsel von Bedeutung.

Die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) ist die häufigste Wolfsmilchart mit schmal-linealen, ganzrandigen hell- bis bläulichgrünen Blättern. Sie kommt auf Magerrasen, Schafweiden, an trockenen Hängen und an Felsen, vorallem auf Kalkböden vor. Der weiße Milchsaft (Name!), der in verzweigten Milchröhren gebildet wird, enthält Giftstoffe (vorallem Euphorbon), welche die Pflanze gegen Tierfraß schützen sollen. Dies gilt jedoch nur für Wirbeltiere, da sich z.B. die Raupe des Wolfsmilchschwärmers von der Pflanze ernährt. Die Giftstoffe reizen Haut, Schleimhäute und Augen und führen lokal zu Gewebedefekten.

Die Schlehe (Prunus spinosa L.) ist ein einheimischer Strauch mit großer ökologischer Anpassung. Sie gedeiht sowohl an vollsonnigen und sommertrockenen Standorten und bildet hier teilweise reine Bestände wie auf dem Stauden. Zum anderen ist sie als Unterholz in lichten Auenwäldern mit höherem Wuchs und lockerstrauchigem Habitus einem nahezu ganzjährig feuchtem Lebensraum angepasst.

Die nur eher kurzlebigen Blüten produzieren reichlich Nektar, der offen zugänglich ist und auch von kurzrüsseligen Insekten aufgenommen werden kann. Die Früchte besitzen einen hohen Gerbstoffgehalt und sind vor der Vollreife weder für Mensch noch für Tier attraktiv. Sie werden durch Vögel verbreitet. 

Viele Schlehen und andere einheimische Pflanzen bilden dichte Heckengürtel auf dem Stauden. 

Die Früchte der Schlehe wurden schon in der Jungsteinzeit verzehrt. Sie werden für Marmeladen, Säfte und zur Herstellung von Schlehenlikör gesammelt. Die getrockneten Blätter sind Bestandteile eines Blutreinigungstees. Wegen der sparrigen Verzweigung dient das Holz als Packmaterial für Gradierwerke in Salinen.

Wie das Pfaffenhütchen (siehe weiter unten) wird auch die Schlehe häufig von der Gesinstmotte (Yponomeuta pallida) befallen, deren Raupen die Sträucher oft völlig kahl fressen und die Zweige total einspinnen.

Der deutsche Name Schlehe hat sich aus dem althochdeutschen "Slêha" entwickelt. Das Wort besitzt eine gemeinsame Wurzel mit dem altslawischen "Sliva", das uns vom Zwetschgenschnaps, dem Slivovitz her vertraut ist.

 

   

 

Am Rande der Stauden-Hochfläche wechseln Wiesen und bewaldete Flächen ab.

 

 

Die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris), Lippenblütlergewächse (Lamiaceae) hat blauviolette, 7-15mm lange Blüten mit purpurnen Tragblättern. Die Blätter sind länglich-eiförmig und schwach behaart. Sie kommt auf Grasplätzen, Parkrasen, Schaf- und Fettweiden vor, an Waldwegen, auch Ufern und in den Alpen bis 2200m Höhe. Man stellt die Pflanze hinsichtlich der Fruchtverbreitung in die Gruppe der Regenballisten. Sie ist eine alte Heilpflanze.

 

 

Der Wollige Schnellball (Viburnum lantana L.) ist ein weiterer wertvoller einheimischer Strauch. Er ist ein wärmeliebendes, lichtbedürtiges, auch Halbschatten ertragendes Gehölz mit dichtem, flachstreichendem Wurzelwerk.

Die intensiv duftenden Blüten werden von zahlreichen Insekten, vorwiegend Bienen, Fliegen und Käfern aufgesucht, die den reichlich vorhandenen Pollen sammeln. Nektar wird nur wenig gebildet. Auch Selbstbestäubung ist möglich.

Die Früchte sind zunächst grün, färben sich dann gelbweißlich, rötlich, korallenrot und schließlich, innerhalb weniger Stunden glänzend-schwarz. Der Farbwechsel von rot nach schwarz verläuft nicht bei allen Früchten eines Standes gleichzeitig, so dass schon ausgefärbte Früchte in deutlichem Farbkontrast zu unreifen stehen, eine Anpassung an die Vogelverbreitung. Mit dem Farbwechsel ist auch das Fleischigwerden der Früchte verbunden, eine Erscheinung, welche wir von den meisten Beeren her kennen.

Die Attraktivität der saftarmen, mehligen Früchte ist nicht besonders hoch. Amsel, Drossel, Mönchsgrasmücke und Seidenschwanz verzehren sie nur bei großem Hunger. Die Früchte gelten als giftverdächtig. Sie können Magen- und Darmentzündungen beim Menschen hervorrufen.

Die Früchte reifen unterschiedlich schnell. Dies sieht man an der unterschiedlichen Färbung der Früchte an einem Fruchtstand.

 

   

 

Die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa), Schmetterlingsgewächse (Fabaceae) ist ein typischer Magerkeitszeiger und kommt auf Halbtrocken- und Kalkmagerrasen vor, auf wechseltrockenen Wiesen und Weiden und auf trockenen Ruderalstellen.

Bienen bestäuben die Blüten. Die Pflanze trägt selbst zur Verbreitung der Samen bei. Seit dem 16. Jahrhundert wird die Pflanze für medizinische Zwecke verwendet. Die Wurzel enthält zahlreiche Verbindungen mit diuretischen Eigenschaften, deren Wirkung vor allem bei Erkrankungen der Harnwege genutzt wird.

 

     

Auch der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea L.) ist ein weiterer einheimischer Strauch, welcher auf dem Stauden häufig anzutreffen ist. Er ist ein Gehölz mit großer ökologischer Amplitude, dessen Lebensraum von den immerfeuchten Ufern und Auwäldern bis zu den sommertrockenen Fleshängen im südwestlichen Deutschland reicht. Die Pflanzen können durch Wurzelsprosse dichte und große Bestände bilden. Er ist ein Pioniergehölz und wächst häufig in Begleitung von Schlehe, Hundsrose, Liguster und Wolligem Schneeball.

Rohe Früchte sind ungenießbar, aber ungiftig. Wegen des hohen Gehaltes an Vitamin C wurden sie früher zu Säften und Marmeladen verarbeitet. Noch bis zum 18. Jahrhundert sammelte man die Früchte auch zur Ölgewinnung. Das Holz ist fest, zäh, schwer spaltbar und stark schwingend, jedoch weniger hart und schwer als das der Kornelkirsche. Man verwendet es für Drechslerarbeiten und zur Herstellung von Spazierstöcken und Werkzeuggriffen. Die Zweige dienten als Flechtwerk.

Der Name Hartriegel nimmt Bezug auf das harte Holz und leitet sich vom althochdeutschen "hart(t)rugil" ab.

 

Der Wiesen-Pippau (Crepis biennis), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae) bereichert die artenreichen Wiesen.

 

Die Fetthenne ist eine sonnenliebende Pflanze mit dicken Blättern, welche viel Wasser für Trockenzeiten speichern können.

Links im Bild steht der Wasserhochbehälter von Lauchterthal. Rechts daneben war in den 50 und 60er Jahren ein nicht ganz ebener Sportplatz, auf dem sich die Lauchterthaler und Sigmaringerdorfer nicht nur zum Fußballspielen trafen.

Blick vom Waldrand aus nach Süden auf die Staudenhochfläche.

 

Laubmischwald mit einzelnen Nadelbäumen oberhalb von Laucherthal.

 

Ehemalige Bohnerzgrube der Fürtstlich-Hohenzollernschen Werke Lauchterthal.

Auf dem Stauden wurde früher Bohnerz (Eisensteine) abgebaut. Manchmal kann man in Maulwurfshaufen noch einzelne Bohnerz-Kügelchen finden. Sie sind relativ klein, dunkel und erbsen- bis bohnenförmig.

 

 

 

Der Wiesensalbei (Salvia pratensis), Lippenblütengewächse (Lamiaceae), Charakterpflanze der Salbei-Glatthaferwiesen, ist eine wertvolle Pflanze, die auf sonnig-trockenen Biotopen, also Wegrändern, Rainen, Böschungen, Halbtrocken- und Kalkmagerrasen steht und von dessen getrockneten und zerriebenen Blüten man einen gut schmeckenden Tee zubereiten kann.

 

Die Büschel-Glockenblume (Campanula glomerata), Glockenblumengewächse (Campanulaceae) zeigt violette Blüten am Stielende und gebüschelt in den Achseln der oberen Blätter. Die Pflanze wird 20-60cm hoch und kommt an Wald- und Wegrändern vor, aber auch besonders auf Kalkmagerwiesen. Die büschelige Glockenblume kommt heute nur noch auf mageren, ungedüngten Wiesen vor.

 

Artenreiche Blumenwiesen prägen die Staudenhochfläche.

 

 

Die Wiesenknautie oder Witwenblume (Knautia arvensis), Kardengewächse (Dipsacaceae) steht im Mittelpunkt des Interesses der zahlreichen Fluginsekten, welche auf artenreichen Wiesen ihre Nahrung finden. Von den vielen verschiedenen Insektenarten leben wiederum Kleinsäugetiere und Vögel. Daher spielen die Wiesen eine wichtige Rolle in der Nahrungskette des Ökosystems insgesamt.

 

 

Weg zum Alpenblick von der Staudenhochfläche her

Blick auf das Scheerer Schloss, auf Ennetach, Mengen, Hohentengen und das Alpenvorland. Bei gutem Wetter sieht man von hier aus die gesamte Alpenkette.

 

Weg zur Staudenhochfläche und zum "Alpenblick".

 

Der "Alpenblick" Richtung Staudenhochfläche

 

Blick zwischen Heckengürteln hindurch auf die artenreichen (allerdings hier frisch gemähten) Wiesen.

Weg hinunter von der Staudenhochfläche zum Scheerer Sportplatz und der Donau.

Waldgürtel zwischen Laucherthal und Sigmaringendorf.

 

 

Die Karthäuser Nelke, Nelkengewächse (Caryophyllaceae) ist heutzutage ebenfalls nur noch selten anzutreffen, kommt aber noch auf den mageren Wiesen des Stauden und andernorts z.B. an sonnigen, südexponierten ungedüngten Wiesenrainen vor.

 

Die Silberdistel (Carlina acaulis, oben links), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae), ist wohl mit Abstand die schönste und auffälligste Pflanze auf dem Stauden. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die inneren Blütenhüllblätter der Blüte sind silberweiß und ca. 3-4cm lang, daher der Name der Pflanze. Es kommen nur weißliche bis bräunlich-weißliche bis rosafarbene Röhrenblüten vor, keine Zungenblüten. Die Laubblätter sind rosettig gehäuft und deutlich buchtig-fiederteilig mit dornig-stechenden Zipfeln. Sie kommt auf Magerrasen, submediterranen Halbtrockenrasen, Silikatmagerrasen, Böschungen, in lichten Wäldern vorzugsweise auf trockenen, steinigen Böden vor.

Sie gehört zu den Weidepflanzen und Weideanzeigern (Extensivweiden). Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Hummeln und Käfer. Die Fruchtverbreitung erfolgt durch den Wind oder durch Vögel.

Der wissenschaftliche Name (Carlina) geht auf Karl den Großen zurück, der sich bereits mit Heilpflanzen beschäftigte. Die Wurzel der Pflanze enthält ätherisches Öl, Inulin und Harz. Früher verabreichte man entsprechende Extrakte als Herzstärkungsmittel, Antirheumaticum sowie zur Verdauungsförderung.

Weitere deutsche Namen sind Stengellose Eberwurz oder Wetterdistel. Letzerer ist darauf zurückzuführen, dass die silberweißen Hüllblätter hygroskopische Bewegungen durchführen. Bei feuchter Luft nehmen sie durch Quellungsvorgänge Wasser auf und bewegen sich nach innen (Schließen der "Blüten"). Bei Trockenheit breiten sie sich wiederum flach nach außen aus. Die Art ist stark gefährdet und daher streng geschützt.

 

Es ist auch der jahrelangen, mühevollen Überzeugungsarbeit unserer Freunde des Schwäbischen Albvereins und der Um- und Weitsicht der Bauern zu verdanken, welche diese Wiesen extensiv bewirtschaften und die Silberdisteln erfreulicherweise stehen lassen. Daher vielen Dank an den Schwäbischen Albverein und an die Bauern, welche hier einen aktiven Beitrag zum Erhalt unserer Pflanzenvielfalt leisten und damit zum Erhalt der Biodiversität beitragen!

 

Die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae) ist eine kräftige, aromatisch riechende Pflanze, deren Blütenköpfe in dichten Doldenrispen stehen. Die Blätter sind wechselständig und regelmäßig doppelt fiederteilig, mit kurzen, linealischen, spitzen Zipfeln. Sie kommt auf Wiesen, Weiden, Grasplätzen, Halbtrockenrasen, Acker- und Wegrändern und in den Alpen bis ca. 1900m vor.

Sie zählt als Wurzelkriecher zu den Pionierpflanzen. Als Bodenfestiger, Nährstoffzeiger und Futterpflanze kommt ihr so eine gewissen Bedeutung zu. Sie wird vor allem gerne von Schafen gefressen, daher der Name! Für den Menschen ist sie wegen ihres Gehaltes an ätherischen Ölen als Heilpflanze (Tee) bedeutsam. Außerdem enthält der Saft in geringen Konzentrationen Furocumarine. Bei hautempfindlichen Menschen können daher Hautreizungen oder -entzündungen auftreten.

 

Auch Pilze sieht man hin und wieder auf dem Stauden, nicht nur in den bewaldeten Abschnitten, sondern auch auf den Wiesen.

Die Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae) hat 2-4cm breite Blütenköpfe mit purpurroten bis rötlich violetten Röhrenblüten. Zungenblüten fehlen gänzlich. Wesentlichstes Bestimmungsmerkmal sind die tief fiederspaltigen, am Stengel herablaufenden Blätter. Die länglichen, flachen Früchte besitzen bei den Kratzdisteln im Gegensatz zu den Disteln (Carduus) federige Pappushaare.

Sie kommt vorwiegend in Unkrautgesellschaften an Wegrändern vor (wie hier auf dem Stauden), an Ufern, auf Schuttplätzen und Waldschlägen. Sie tritt vorwiegend auf Lehmböden auf und gilt als Nitratzeiger. Sie ist eine typische Lichtpflanze und wird in der Regel von Käfern und Hummeln bestäubt. Der federige Pappus bewirkt eine wirksame Fruchtverbreitung mit dem Wind.

 

 

Staudenhochfläche mit Blick hinüber Richtung Agrar-Hochfläche oberhalb von Hitzkofen.

Die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea spec.), Korbblütengewächse (Compositae bzw. Asteraceae) ist ebenfalls auf dem Stauden anzutreffen.

 

   

Das Wiesenlabkraut kommt fast überall vor, ...

...das Gemeine Leimkraut oder Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris), Nelkengewächse (Caryophyllaceae) ebenfalls. Letzteres ist ein relativ anspruchsloser Rohbodenpionier. Die Blüten, die reichlich Nektar absondern, werden insbesondere durch Nachtfalter, seltener auch durch Bienen bestäubt. Die Art enthält Saponine und wurde früher zu Heilzwecken verwendet.

 

Hecken bieten Kleinsäugetieren und Vögeln einen wertvollen Lebensraum.
   

Malven am Wegesrand.

 

Das Gemeine Pfaffenhütchen (Euonymus europaea L.) ist ein weiterer typischer Vertreter einheimischer Heckensträucher. Es kommt auf mittel- bis tiefgründigen, nährstoff- und basenreichen, oft kalkhaltigen, wechselfeuchten Ton- und Lehmböden vor. Es hat ein sehr breites ökologisches Spektrum, das vom Auwald und anderen dauerfeuchten Standorten bis zu sommertrockenen, wärmeliebenden Gebüschen reicht.

Es ist ein Licht- bzw. Halbschattengehölz mit dichtem, flach streichenden Wurzelwerk. Die recht unscheinbaren Blüten werden von Insekten, vor allem Fliegen, bestäubt, die den offen und reich dargebotenen Nektar aufnehmen. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und andere Vögel, die von den kontrastreich gefärbten Früchten und Samen angelockt werden.#

Das Pfaffenhütchen ist giftig. Samen, Blätter und Rinde enthalten einen Bitterstoff, der brecherregend und abführend wirkt. Verschiedene Herzglykoside und Alkaloide können Schädigungen der Herzmuskulatur, Kreislaufstörungen, ja sogar einen Kollaps herbeiführen. Ca. 35 Früchte sollen tödlich wirken.

Das Holz ist hart, schwer, zäh und von gelblicher Farbe. Es wurde früher für feine Drechslerarbeiten und zur Herstellung von Spindeln, Stricknadeln und Schuhnägeln verwendet.

Der Name Pfaffenhütchen geht auf die einem Barett ähnelnde Frucht zurück.

 

 

Leider hat der landwirtschaftliche "Fortschritt" im unteren Teil des Stauden nicht halt gemacht. Viele Wiesen wurden aus wirtschaftlichen Gründen zu Äckern umgepflügt und meist mit Getreide, Mais und Raps bepflanzt. Solange aber in der Landwirtschaft Äcker mit einem Vielfachen des Betrages von Wiesen subventioniert werden, wird sich wohl kein finanzieller Anreiz schaffen lassen, aus Äckern wieder Wiesen zu machen, abgesehen davon, dass es Jahrzehnte dauern würde, bis wieder halbwegs artenreiche Wiesen entstehen würden.

Daher ist der Erhalt der Kalkmagerwiesen auf dem Stauden das wichtigste Ziel überhaupt!

 

Auch Kleeäcker sind mittlerweile im unteren Teil des Stauden anzutreffen.

Einzelne Streuobstbäume am Wegerand zeugen von ehemals vielen wertvollen Streuobstwiesen im Bereich des unteren Stauden, von denen heute leider nicht mehr viel übrig geblieben ist bis auf die Streuobstwiesen einiger naturliebender Menschen zwischen Scheer und Sigmaringendorf, denen wir an dieser Stelle ebenfalls danken möchten.

 

   
Hoffen wir, dass der Stauden zwischen Scheer und Laucherthal mit seinen Ausläufern Richtung Sigmaringendorf und Hitzkofen in seiner Ursprünglichkeit und Vielfalt erhalten bleibt, auf dass auch noch unser Kinder und Enkel dorthin spazieren und die wunderschöne Landschaft erleben können!
   
   

 

 

 

 

 

 

 

Am 12. November 2005 trafen wir uns mit nahezu 30 Personen zu unserer Herbstwanderung auf den Stauden bei der Scheune des Ehemaligen Bräuhauses, ein imposantes altes Gebäude links nach der Donaubrücke, Richtung Sigmaringen, in Scheer.

Zunächst ging es an die Donau.

    

Dort führte ein wildromantischer Weg ...

... unter den Felsen vom Schlösschen Bartelstein vorbei durch das „Fischloch“.

           

                        
Danach querten wir die B 32 und wanderten hinauf zum „Stauden“.
  Silberdistel am Wegrand

 

Auf dem Stauden finden wir noch eine typische Alblandschaft mit vielen Steinriegel-Hecken. Dazwischen gibt es im Sommer sehr schöne Kalkmagerwiesen.

 

 

Wir kamen vorbei am Göge- und Alpenblick...

 

 

 

 

 

 

und ehemaligen Bohnerzgruben...

 

 

Bohnerzkügelchen in Maulwurfshaufen

... und wechselten hinüber zum „Vogelherd“.

Das ist ein wunderschönes Streuobstgebiet mit schönen Wiesen und einer ebenso schönen Aussicht. Man konnte sich dabei gut vorstellen, durch welch schöne Landschaft wir im Sommer 2006 die Teilnehmer unseres Blumenwiesen-Wandertages schickten. Die Wanderzeit dauerte 2 ½ Stunden.     

Nach der Wanderung war für uns im „Donaublick“ in Scheer ein großer Tisch reserviert. Dort fand ein ausgedehntes gemütliches Beisammensein statt (SN v. 10.11.05; SZ v. 12.11.05).

 

 

 

 

 

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