Kleiber (Sitta europaea)

Foto: NABU, M. Delpho 

   

Der Kleiber ist mit ca. 14cm etwa so groß wie eine Kohlmeise. Die kompakte, untersetzte Gestalt, der relativ große Kopf, die weißen Wangen und Kehle, das blaugraue Obergefieder, der schwarze Augenstreif von den Schultern bis zum langen, starken spitzen Schnabel, die rahmgelbe Unterseite und der kurze Schwanz mit hellen Flecken sind typisch.

Der Kleiber ist ein lebhafter Baumkletterer, der an Baumstämmen ruckweise in jeder Richtung klettert und als einziger Vogel auch kopfüber abwärts hinunterläuft. Der Schwanz wird beim Klettern nicht als Stütze benutzt.

Sein Name beschreibt die handwerkliche Fähigkeit des Vogels, den (zu großen) Eingang der Bruthöhle (Baumhöhlen, Nistkästen, gelegentlich auch Mauerspalten) durch "Kleibern" (Kleben) von Lehmkügelchen auf die eigene Körpergröße zu verkleinern.

Die Männchen hört man von Ende Dezember bis ins Frühjahr hinein mit einer lauten trillernden Pfeifstrophe "wi wi wi", einem metallischen "twiht, twiht, twiht, einem wiederholten "tsit" und "tsirr" usw. weithin rufen.

Der Kleiber streift im Winter mit Meisenschwärmen herum und besucht gern Futterstellen.

Der Kleiber kommt in ganz Europa, Südengland den Ostblock-Staaten bis Russland vor. Die skandinavische Rasse ist unten weiß mit rotbraunen Flecken.

NABU und Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Kleiber zum „Vogel des Jahres 2006” gekürt. Damit folgt dem Uhu als größter Eule Europas in diesem Jahr ein kleiner Singvogel, der in Deutschland weit verbreitet ist. „Die Wahl des Kleibers ist ein Plädoyer für den Schutz von Buchen- und Eichenwäldern“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Er stehe stellvertretend für einen Lebensraum in Deutschland und Mitteleuropa, der ebenso unverzichtbar für viele andere Vögel wie Spechte, Meisen oder Greifvögel sei.

SZ v. 08.10.05

 

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