Juniorranger - Ausbildung 2008

 

Der NABU Gruppe Mengen-Scheer-Hohentengen-Ostrach und das Naturschutzzentrum bildeten erstmals im Jahr 2008 Juniorranger aus

Übernommen wurde die Idee vom Naturschutzzentrum Beuron im Naturpark obere Donau. Dort hatte man schon gute Erfahrungen gemacht mit diesem Angebot für Jugendliche ab 12 Jahre. Ute Raddatz  vom Naturschutzzentrum war auch gerne bereit, mit dem NABU Mengen zu kooperieren, als Anne Pfundstein bei ihr wegen dem Juniorranger-Programm anfragte.

Das Ausbildungsprogramm sah auf das Jahr verteilt  acht Veranstaltungstermine vor, vorwiegend in der Natur, mit jeweils anderen Inhalten. Sie wurden von sachkundigen Mitarbeitern des NABU und dem Naturparkranger gestaltet und geleitet. Wer an mindesten fünf der angebotenen Veranstaltungen teilnahm,  erhielt aus der Hand des Naturparkrangers Markus Ellinger das Junior-Ranger-Abzeichen, das die Absolventen sich an die Schulter heften konnten und eine Urkunde. Sofern sie bereits einen Qualipass hatten, bekamen sie dazu eine Bestätigung ihres Engagements.

Zunächst lief das Juniorranger-Programm  in Kooperation mit Schulen, 2008  mit der Klasse 7c von Marion Streit an der Realschule. Das Programm lag beim NABU als Flyer auf und war hier auf der Homepage zu finden.

 

11 Mädchen und 1 Junge der Klasse 7c der Realschule Mengen hatten sich 2008 begeistert zur Juniorranger-Ausbildung angemeldet. Die Eltern der Schüler brachten sie zu den Treffpunkten der jeweiligen Termine und holten sie dort wieder ab. Das NABU-Team freute sich auf die Jugendlichen und das neue Projekt "Juniorranger"!

 

 

 

 

Mengener Schüler bildeten sich zu Juniorrangern aus - Vorstellung durch Anne Pfundstein am 13.02.2008 in der Realschule Mengen

 

Es war eine Überraschung für die Schüler der Klasse 7c der Realschule in Mengen, so die SZ vom 15.02.2008: Ihre frühere Lehrerin Anne Pfundstein startete mit ihnen ein Projekt, das im ganzen Gebiet des Regierungspräsidiums Tübingen stattfand: Es galt, über ein kontinuierliches Engagement im Naturschutz Schlüsselqualifikationen für das spätere berufliche Fortkommen zu erlangen und dieses Engagement in einem Qualipass zu dokumentieren.

 

Anne Pfundstein war Urheberin dieser Idee, die über das Netzwerk Naturschutz in örtlichen Projekten nun flächendeckend verbreitet wurde. Das konkrete Projekt für Mengen hatte Anne Pfundstein mit Ute Raddatz, Leiterin des Naturschutzzentrums Obere Donau in Beuron, abgestimmt. Raddatz bot den Schülern die Möglichkeit, als "Juniorranger" im Naturschutz tätig zu werden. "Markus Ellinger ist unser Ranger. Er schützt die Natur zwischen Balingen und Tuttlingen, zwischen Mengen und Gammertingen. Das Gebiet ist viel zu groß. Wir möchten euch zu Juniorrangern ausbilden", erklärte Raddatz und zeigte den Schülern das Abzeichen, das sie dann an die Schulter nähen dürfen.

 

Zur Ausbildung der Juniorranger hatte der NABU Mengen ein Angebot mit acht Veranstaltungen über Amphibien, Vögel an den Zielfinger Seen, Blumenwiesen, Lebensraum Felswand, Fossilien in Ursendorf, Fledermausnacht, Streuobstwiesen und Begegnungen mit dem Beuroner Ranger Ellinger ausgearbeitet. "Wer fünf Veranstaltungen besucht, bekommt das Juniorranger-Abzeichen", versprach Anne Pfundstein. Mitglieder des NABU machten die Schüler fit und brachten ihnen Zusammenhänge in der Natur näher. Die Angebote waren kostenfrei. Eltern brachten ihre Kinder zum vereinbarten Treffpunkt, der NABU zum Schulungsort und zurück. Die Kinder waren dabei versichert.

 

Das Projekt stieß bei den Schülern auf großes Interesse. Die Klassenlehrerin Marion Streit unterstützte die Idee vorbildlich.

(SZ v. 15.02.08 Überblick; SZ v. 15.02.08 "Der Qualipass listet Kenntnisse auf").

 

Ausbildungsprogramm für Juniorranger beim NABU Mengen 2008 Seite 1; als pdf

 

Ausbildungsprogramm für Juniorranger beim NABU Mengen 2008 Seite 2; als pdf

 

Anwesenheitsliste Juniorranger-Ausbildung

 

 

 

 

Juniorranger-Tagebuch 2008:

 

1. Termin: 8. März 2008 - Heimische Amphibien
Leider musste der erste Termin der Ausbildung verschoben werden! Obwohl die Schüler am Samstagmorgen in den Startlöchern standen, Sarah schon am Viehmarktplatz bereit stand, war es den Kröten, Fröschen und Molchen Freitag Nacht einfach zu kalt, um zu ihren Laichgewässern zu wandern und die Eimer waren leer. In der Nacht hatte es sogar etwas geschneit, aber die bei Kälte bewegungsunfähigen Tiere warteten lieber auf wärmeres Wetter und den nächsten Regen. So musste die Telefonkette den Ausweichtermin mitteilen.
 

 

Weiterer Termin: 29. März 2008 - Heimische Amphibien mit Werner Löw

 

Artenschutz Amphibien, Kennenlernen der verschiedenen Arten wie Frösche, Kröten, Molche. Warum "wandern" Kröten?

 

 

   
       

 

 

 

 

2. Termin: 12. April 2008 - Vogelführung an die Zielfinger Baggerseen mit Peter Danner

 

Um 8.00 Uhr fand die Juniorrangerführung um den Zielfinger See statt. Es war vorgesehen, den Haubentaucher bei der der Fischjagd und vielleicht bei der Balz zu beobachten sowie verschiedene Entenarten. Trotz der kalten Witterung hat es den Kindern Spaß gemacht.



 


 

Teilnehmer waren Marc Andelfinger, Sarah Buck, Lisa Eberhard, Maike Eberhard, Madeleine Grinke, Michael Löw, Johanna Reichert, Ramona Schönenberger, Jennifer Sigel, Julia Speh, Evelyn Steurer, Franziska Sugg und Sarah Tuske.

 

 

 

 

3. Termin: 25. Mai 2008 - Botanisch-geologische Exkursion zu den Blumenwiesen zwischen Ennetach und Scheer mit Martin Orlik

 

 

Zu zehnt ging es in einer knapp zweistündigen Exkursion zu den Blumenwiesen zwischen Ennetach und Scheer. Dabei gab es viel gemeinsam zu entdecken:

Martin Orlik erklärte die Bedeutung der noch wenigen, aber sehr artenreichen Blumenwiesen, die darauf vorkommenden wichtigsten Pflanzen und deren Vergesellschaftung, der in diesen Wiesen vorkommende Reichtum an Insekten und die Vogelarten, welche sich wiederum von den Insekten ernähren.

Er ging auch auf die Bildung dieser einst sehr bewegten Landschaft ein mit den ehemaligen Altarmen der Donau und dem Bewässerungssystem von der Ablach her mit den noch sichtbaren Resten der Altarme und der Bewässerungsgräben.

Beobachten konnten alle Teilnehmer(innen) mehrere Feldlerchen, einen Turmfalken, mehrere Rabenkrähen und einen Weißstorch im Landeanflug. Gehört werden konnten die Mönchsgrasmücke und die Gartengrasmücke sowie die Goldammer und die Amsel.

 

Nachdem das Wichtigste besprochen war und auch einige Fragen beantwortet werden konnten, ging es zurück zum Ausgangspunkt unterhalb der Ennetacher Krautländer. Auch das Wetter hat prima mitgemacht. Martin Orlik bedankte sich bei allen Teilnehmer(innen) für deren Aufmerksamkeit und den schönen gemeinsamen Nachmittag.

 

 

 

 

4. Termin: 20. Juni 2008 - Fledermausnacht am Lausheimer Weiher

 

Auf dem Programm standen die Beobachtung von heimischen Fledermäusen mit Hilfe des Bat-Detektors und anschließendes Grillen am Lagerfeuer bei der Feuerwehrhütte am Lausheimer Weiher.

 

 

 

 

5. Termin: 25. Juli 2008 - Fossilienexkursion in die Sandgrube Ursendorf

 

Das Motto dieser Veranstaltung hieß: Stillgelegte Sandgruben als neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen und Veranschaulichung, wie sich die Natur wieder die Gebiete zurückerobert.

 

Da in dieser besichtigten Sandgrube einige meeresfossilführende Schichten sind, wurde bei dieser Gelegenheit auch nach Kleinfossilien (Haifischzähnchen) gesucht.

 

Robert und Regina Miglioranzi sowie Anne Pfundstein trafen sich in der Sandgrube in Ursendorf, gelegen zwischen Saulgau und Mengen, mit 12 angehenden Junior-Rangern zu einem netten, "sandigen" Nachmittag.          

Auf den ersten beiden Fotos sieht man in etwa die gleiche Wand in der Sandgrube, mit ca. 30 Jahren Unterschied. Als sich der Sandabbau in diesem Bereich nicht mehr gelohnt hat, wurde er eingestellt. Heute befindet sich dort ein fast undurchdringliches Kleinbiotop. Es bietet sehr vielen Amphibien, sonstigen Kleintieren und auch Vögeln, wie z.B. dem Maurersegler, eine neue Heimat. 

 

Wir wollten den Jugendlichen damit zeigen, dass diese Kleinbiotope, an denen man im allgemeinen achtlos vorbeigeht, ein wichtiger und schützenswerter Lebensraum sind.
 

 

      
 
Anhand von Roberts Miglioranzi früherer "Ausbeute", aus den ca. 80-iger Jahren, wurde den Jugendlichen veranschaulicht, was man damals in diesen Sandschichten noch alles gefunden hat.
 
 

     
 

Diese Sandgrube ist eine übriggebliebene Verfüllung der oberen Meeresmolasse, die Kleinfossilien beherbert, wie z.B. Haifischzähnchen, nach denen die Schüler auch intensiv mit großem Spaß suchten.

     
   
     

      
Das Wetter hat toll mitgespielt und bei einem kleinen Vesper wurden dann, die heutzutage leider etwas mageren Funde, begutachtet.
 

 

 

Dieser Nachmittag hat uns mal wieder sehr viel Spaß gemacht und wir möchten uns auch über die Zusammenarbeit mit den Schülern und Anne Pfundstein bedanken.

 

    

 

 
 
 
 

6. Termin: 30. August 2008 - Exkursion zum Siebenschläfer

 

Wir lernten unter Leitung von Werner Gottwald den Siebenschläfer kennen (Lebensraum, Ernährung, Fortpflanzung, Verhalten, etc.). Daneben beobachteten wir weitere Tiere und Pflanzen.

 

 

Leider gab es bei der Siebenschläfer-Exkursion keinen Nachwuchs zu entdecken, nur 2 erwachsene Männchen! Bei Nahrungsmangel im Frühjahr ( Buchensamen z.B.) drosseln die Männchen ihre Samenproduktion.
         

         

  

 

Wofür Nistkästen sonst noch gut sein können? Auch Wespen finden Nistkästen praktisch, ...

...Fledermäuse benützen sie als Tagesquartier...

...und der Kleiber verklebt zum Brüten (sein Name sagt es) den Eingang nochmals extra. Eine durchaus interessante Exkursion!

 

 

 

 

 

 

7. Termin: 19. September 2008 - Lernort Streuobstwiese

 

Ökosystem Streuobstwiese im Wandel der Zeit kennenlernen - Sinneserfahrung unter Leitung von Liane Schmid.

Erkennen / Sammeln von verschiedenen Apfelsorten.

 

 

 

8. Termin und Abschlussveranstaltung: 10. Oktober 2008 - Besuch des Beuroner Rangers und Vergabe der Juniorranger Urkunden und Abzeichen

 

Leitung. Anne Pfundstein.

 

         

Beim letzten Termin der Juniorranger-Ausbildung 2008 zeigte der Naturranger, Herr Ellinger, in Beuron in einem Wanldrundgang seinen Aufgabenbereich. Dann lernten die Kinder in einer Rallye rund um Beuron Interessantes uns Sehenswertes aus der Natur kennen.

         

  
       

         

         
    
       

         

         
  

   Am Schluss der Veranstaltung erhielten die Kinder ihre Urkunde und das Ranger-Abzeichen überreicht.

 

Wir gratulieren allen unseren Juniorrangern und Juniorrangerinnen für das fleißige und engagierte Mitmachen und zu ihrer bestandenen Juniorranger-Ausbildung!

 

 

 

 

 

 

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