Habicht (Accipter gentilis)

Foto: NABU, W. Lorenz

   

Der Habicht – ein verfolgter Jäger

Warum der Habicht zum Vogel des Jahres 2015 gekürt wurde

Der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den Habicht (Accipter gentilis) zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt. Auf den Grünspecht, Vogel des Jahres 2014, folgt damit ein Greifvogel, der wie viele andere seiner Verwandten immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt ist, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist.

„Illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag. Es gibt immer noch einzelne Jäger, die ihn als Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen und Fasane sehen. Auch bei Geflügel- und Taubenzüchtern ist der Habicht besonders unbeliebt. Jährlich stellen Polizisten und Tierschützer in Deutschland Habichtfangkörbe sicher – viele davon in der Nähe von Taubenhaltungen“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.


„Illegale Greifvogelverfolgung ist kein Kavaliersdelikt“, so die Verbände. NABU und LBV fordern, dass entsprechende Straftaten systematisch erfasst, aufgeklärt und angemessen geahndet werden. Dafür müssen speziell geschulte Einheiten und Koordinationsstellen bei der Polizei und den Naturschutzbehörden der Länder in allen Bundesländern eingerichtet werden. Als Vorbild ist hier die Stabsstelle zur Bekämpfung von Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen zu nennen. Seit 2005 widmet sie sich unter anderem der Eindämmung illegaler Greifvogelverfolgung. Die im Umweltministerium angesiedelte Einrichtung arbeitet intensiv mit den Polizeibehörden zusammen, um eine konsequente Strafverfolgung zu ermöglichen.
 

NABU und LBV sprechen sich dafür aus, neben der Benutzung auch den bislang erlaubten Verkauf von Habichtfangkörben zu verbieten. In der Umgebung von Greifvogelnestern müssten Horstschutzzonen eingerichtet werden, in denen Forstwirtschaft und Jagd vor allem während der Brutzeit zwischen März und Juni ruhen sollten, so wie dies in einigen Bundesländern bereits gesetzlich vorgesehen ist. Das Aushorsten von jungen Habichten in freier Natur für die Falknerei sollte nicht mehr zugelassen werden.

NABU und LBV haben als Signal gegen die illegale Greifvogelverfolgung gemeinsam mit dem Komitee gegen den Vogelmord eine bundesweite Meldeaktion gestartet. Aktuell aufgestellte Fallen, vergiftete oder angeschossene Greifvögel können ab sofort unter der Telefonhotline 030-284984-1555 gemeldet werden. Unter dieser Nummer bieten Experten Hilfe beim Erkennen, Dokumentieren und Anzeigen illegaler Aktivitäten. Darüber hinaus werden auch zurückliegende Fälle illegaler Greifvogelverfolgung erfasst, zu melden unter www.NABU.de/verfolgung-melden.

 

 

Aussehen und Stimme

Seltene Erscheinung

Wer Habichte beobachten möchte, braucht Geduld – führt der meist scheue Waldvogel doch häufig ein eher verstecktes Leben. Oft ist er nur für Sekunden während seiner Jagdflüge zu sehen. In der Größe ist er mit einem Bussard vergleichbar, wobei der Habicht kräftiger aussieht und im Flug gut an seinem langen Schwanz zu erkennen ist. Die breiten und relativ kurzen, abgerundeten Flügel sind bei erwachsenen Tieren grau gefärbt. Die Unterseite ist hell mit schmalen, schwarzen Querstreifen gebändert oder „gesperbert“. Typisch sind der helle Überaugenstreif und die gelb bis orange gefärbte Iris. Bei älteren Habichten steigert sich die Farbe bis ins Rubinrote. Junge Habichte tragen ein graubraunes Gefieder. Ihre Unterseite ist nicht gesperbert, sondern zeigt ein Tropfenmuster.

 

„Weibliche Größe“

Die Partner eines Habichtpaares unterscheiden sich vor allem in ihrer Statur. Wie bei den meisten Greifvögeln sind weibliche Tiere deutlich größer und schwerer. Durchschnittlich werden sie 60 Zentimeter lang und 1130 Gramm schwer. Ihre Partner dagegen erreichen 53 Zentimeter Körperlänge und sind mit circa 850 Gramm fast um ein Drittel leichter. Auch die Flügelspannweite hilft bei der Bestimmung des Geschlechts: Weibchen kommen im Durchschnitt auf 115 Zentimeter, die Männchen auf nur 100 Zentimeter.
 

 

   


 

Foto: NABU, M. Hamblin

Rasanter Schnellstarter

Aus den Baumkronen heraus startet der Habicht zu einer rasanten Jagd.

Der Körperbau des Habichts ist perfekt an schnelle Kurzstreckenflüge angepasst: Seine kraftvolle Muskulatur macht ihn zum überlegenen Schnellstarter. Kurze Flügel und ein langer Schwanz verleihen ihm eine besondere Wendigkeit, so dass er auch im dichten Unterholz jagen kann. Bei der Jagd wechseln sich mehrere rasche und kräftige Flügelschläge mit Gleitflugphasen ab. Nur selten kreist ein Habicht mit gefächerten Schwanzfedern über seinem Revier. Ein häufig kreisender Greifvogel ist der Mäusebussard, der mit langen breiten Flügeln und kurzem Schwanz besser dafür ausgestattet ist.
 

Wenig stimmfreudig

Außerhalb der Brutzeit sind Habichte kaum zu hören. Während der Balz ab Februar ertönen am Nest sowie bei Störungen erste längere “kja-kja-kja ...“-Rufreihen, die mehrere hundert Meter weit reichen. Mit einem kurzen „gjak“ oder „gjik“ verständigen
sich Habichtpaare untereinander.
 

Geschickter Jäger

Oft jagen Habichte von einem versteckten Ansitz, manchmal aus einem niedrigen Suchflug heraus. Nur selten kann man ihn auch bei der Jagd im Sturzflug beobachten. Sein scharfer Blick hilft ihm, seine Beute über weite Entfernungen zu entdecken. Kaum hat er sie erspäht, spurtet er rasant los und überwindet Hindernisse wie ein fliegender Hürdenläufer. Äußerst geschickt nutzt er dabei jede Möglichkeit in Deckung zu bleiben.
 

 

Verhalten und Lebensweise

Balzshow zum Hingucken

Habichte paaren sich im Spätwinter, bei günstigen klimatischen Bedingungen schon im November und Dezember. Mit etwas Glück ist in dieser Zeit ihr spektakulärer Balzflug zu sehen: Atemberaubende Sturzflüge und schroffe Wendungen bieten ein einmaliges Naturschauspiel. Gerade in ausgedehnten Waldgebieten ist die Balzzeit eine gute Gelegenheit, Habichte „live“ zu erleben, da die scheuen Jäger sonst selten zu entdecken sind.

Treu auf der ganzen Linie

Hat sich ein Habichtpaar gefunden, baut es seinen Horst in der Astgabel eines hohen Baumes. Entweder wird dabei ein neuer angelegt oder ein bestehender aufgestockt. Sogar während der Jungenaufzucht arbeiten die Habichteltern weiter an ihrem Zuhause. Ältere Horste können deswegen bis zu einem Meter hoch werden und 130 Zentimeter Durchmesser erreichen. Die meisten Paare richten sich in ihrem Revier mehrere Wechselhorste ein, zwischen denen sie von Jahr zu Jahr umziehen. Im Normalfall brüten Habichte ab dem dritten, selten schon ab dem zweiten Lebensjahr. Brüten in einem Gebiet besonders viele junge Habichte, spricht dies für eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeit der Altvögel und damit für eine aktive Verfolgung dieser Art.

Von Mitte März bis April legt das Weibchen drei bis vier Eier. In der Größe vergleichbar mit Hühnereiern, haben sie einen blassen Grünton. Nach etwa 27 bis 39 Tagen schlüpfen die Jungvögel und machen bereits nach knapp zwei Wochen die ersten Stehversuche im Nest.

Vorbildliche Arbeitsteilung

Das Männchen versorgt die ganze Familie bis zu drei Wochen allein mit Nahrung, während das Weibchen den Nachwuchs betreut. Sie selbst geht erst wieder auf die Jagd, wenn ihre Jungen keinen Schutz vor Kälte, Nässe und Feinden mehr brauchen. Ist das Gefieder der Jungvögel ausgewachsen, endet die so genannte Nestlingszeit. Mit 40 bis 45 Tagen sind die jungen Habichte flugfähig, halten sich jedoch zunächst in Horstnähe auf. In dieser Phase, der Ästlingszeit, füttern Habichte ihre Jungen weiterhin bis zu vier Wochen. Im Laufe des Sommers löst sich der Familienverband schließlich auf: Die Jungvögel verlassen im Alter von zwei bis drei Monaten das Revier ihrer Eltern.

Habichtpartner bleiben ein Leben lang zusammen und sind sehr reviertreu. Außerhalb der Brutzeit werden sie jedoch wieder zu Einzelgängern.
 

 

Nahrung

Nicht wählerisch

Die Beuteliste des Habichts ist sehr lang und vielseitig: Als „Nahrungsopportunist“ frisst er, was in seinem Revier zahlreich vorkommt. So kann sich die jeweilige Hauptbeute von Revier zu Revier durchaus unterscheiden. Fast ausschließlich bevorzugen die geschickten Jäger lebende Beute. Nur bei knappem Angebot greift er auch mal auf Aas zurück.
 

Effiziente Nahrungsauswahl

Selbst vor Straßentauben und Ratten macht der Habicht keinen Halt.

Mit bis zu neunzig Prozent Anteil stehen meist mittelgroße Vögel von Staren- bis Krähengröße auf dem Speiseplan. Typisch sind dabei Straßen- und Ringeltauben sowie Krähen, Elstern, Eichelhäher und andere Rabenvögel. Habichte verschmähen aber auch kleinere Säugetiere wie Ratten, Kaninchen, junge Hasen oder Eichhörnchen nicht. Insbesondere die kräftigeren Weibchen jagen tendenziell größere Beutetiere als ihre Partner. Das „ideale Beutetier“ von Habichten bietet dabei ein optimales Verhältnis zwischen Verfügbarkeit, „Portionsgröße“ sowie Verletzungsgefahr bei der Attacke. Daher fangen die fliegenden Jäger wie alle Greifvögel besonders häufig kranke, geschwächte oder unerfahrene Tiere. So wird dem Habicht eine wichtige Rolle im Rahmen der natürlichen Auslese zuteil.

 

 

Foto: NABU, M. Varesvuo

   

Lebensraum, Verbreitung und Bestand

Der Anpassungskünstler

Habichte mögen abwechslungsreiche Landschaften. Für den Bau ihrer Nester bevorzugen sie hohe, alte Bäume in größeren Nadel- und Mischwäldern. Der geschickte Flieger jagt im Wald, auf Feldern sowie in offenen Landstrichen - Hauptsache, Hecken oder Gebüsche bieten genügend Deckung. Entgegen seinem Ruf als scheuer Bewohner ausgedehnter dichter Wälder ist der Habicht eigentlich anpassungsfähiger Opportunist. Inzwischen hat er nämlich entdeckt, dass es sich auch im Trubel der Städte gut leben lässt. Das Nahrungsangebot ist das ganze Jahr über gesichert, gibt es hier doch eine große Zahl von Straßen- und Ringeltauben, Krähen oder Elstern. Vor allem aber droht ihm kaum Gefahr durch menschliche Verfolgung.

Hauptstadt der Habichte

Unser Jahresvogel hat sich in Berlin, Hamburg, Kiel, Köln und Dresden sowie in vielen anderen Städten niedergelassen. Auch einige europäische Metropolen wie Amsterdam, Kiew, Moskau oder Riga haben sich Habichte bereits erschlossen. Besiedelten Habichte bis in die 1970er Jahre zunächst nur Randgebiete von Städten, rückten sie in den nachfolgenden Jahrzehnten immer dichter an die Stadtzentren heran. Besondere Bekanntheit hat inzwischen die Habicht-Population im Großraum Berlin erreicht. In der Spreemetropole gab es im Jahr 2014 etwa 100 Brutpaare auf einer Fläche von gut 892 Quadratkilometern. Das ist eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit.

Waren sie vor mehr als 30 Jahren noch überwiegend in den Berliner Stadtwäldern zu finden, ziehen sie nun immer weiter in die City. Zu ihren Brutrevieren zählen neben dem Tiergarten direkt vor dem Brandenburger Tor viele weitere Parks. Bei der Taubenjagd machen die wilden Hauptstädter nicht einmal vor städtischen Hinterhöfen Halt.

Jagd in der City

Habichte haben inzwischen auch Großstädte mit ihren Friedhöfen und Parkanlagen für sich entdeckt.

Die Hamburger Habichte ließen sich Mitte der 1980er rund um die Alster nieder. Etwa 30 Jahre später gab es bereits 60 Brutreviere – mit ansteigender Tendenz. Die fliegenden Jäger sind vor allem in den Wäldern der Harburger Berge und des Klövensteen zu Hause. Sie brüten aber auch auf dem Ohlsdorfer Friedhof und im Stadtpark. Bei der Nahrungssuche trauen sich Hamburgs Habichte sogar in stark belebte Einkaufsstraßen. In Köln brütete ein Habichtpaar in einem Park – nur wenige Meter von einem fünfstöckigen Wohnhaus entfernt. Vergleichbare Meldungen gibt es auch aus anderen Großstädten.
 


 

 

 

Ein echter Weltbürger

Das Verbreitungsgebiet der Habichte erstreckt sich wie ein breiter Gürtel von Europa quer durch das nördliche Asien bis nach Nordamerika. Der europäische Bestand wird auf 185.000 Brutpaare geschätzt; genaue Zahlen zum Weltbestand sind jedoch nicht verfügbar. Ob Norwegen oder Türkei: Nahezu ganz Europa ist von Habichten besiedelt. Nur in Irland sowie den waldfreien Tundren und Steppengebieten ist diese Art nicht heimisch. Innerhalb unseres Kontinents sind Habichte aber keineswegs gleichmäßig vertreten: Etwa siebzig Prozent der europäischen Habichtpaare siedeln östlich der derzeitigen EU-Grenze, vor allem im europäischen Teil Russlands.

Der nationale Bestand wird im neuen deutschen Brutvogelatlas ADEBAR auf 11.500 bis 16.500 Brutpaare geschätzt. Somit leben etwa sieben bis acht Prozent des gesamteuropäischen und sogar gut zwanzig Prozent des EU-Bestandes bei uns. Vor allem das Nordwestdeutsche Tiefland und die Mittelgebirge sind dicht besiedelt. Verbreitungslücken finden sich in sehr waldarmen Gegenden, zum Beispiel in der Magdeburger Börde oder an der Nordseeküste. Im Durchschnitt werden in Deutschland etwa sechs Brutpaare auf 100 Quadratkilometern gezählt.

 

Langsame Erholung

Dort wo Habichte nicht verfolgt werden, erholen sich wieder die Bestände.

Ursprünglich war der Habicht ein häufiger Brutvogel in Deutschland. Vermutlich nahmen die Bestände seit dem 16. Jahrhundert mit der Verfolgung des Habichts als „Konkurrent“ um das Niederwild ab. Nach 1945 stiegen die Bestände aufgrund der kriegsbedingten Jagdruhe bis Anfang der 1950er Jahre an, gingen jedoch nach Wiederaufnahme der Jagd erneut zurück. Durch Einführung einer ganzjährigen Schonzeit – zunächst im Osten, später im Westen Deutschlands – erholten sich die Bestände seit den 1970er Jahren vielerorts wieder. Die Bestandsentwicklung des Habichts ist damit wie ein Spiegel, welcher den jeweiligen Grad der Verfolgung durch den Menschen zeigt.

Derzeit sind die Bestände in Deutschland zwar nicht flächendeckend gefährdet: Nur in Bayern steht der Habicht momentan als gefährdet auf der Roten Liste, in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen auf der Vorwarnliste. Die Ampel steht jedoch keineswegs auf grün! Lokal verschwindet der Habicht aus manchen Gebieten oder ist im Vergleich zu ähnlichen Gegenden unerklärlich selten. Es gibt viele Anzeichen, dass Habichtbestände noch immer nicht die Höhe erreichen, welche sie ohne menschliche Verfolgung hätten.

 

 

Schutzmaßnahmen

Gefahren erkennen

Die Verfolgung von Greifvögeln durch Abschuss, Fang, Vergiftung oder das Zerstören von Nestern und Horstbäumen ist illegal! Immer wieder setzen sich Jagdverbände und Brieftaubenzüchter mit fadenscheinigen Argumenten für die Aufhebung des Jagdverbotes bei Greifvögeln ein. NABU und LBV fordern dagegen, dass die illegale Greifvogelverfolgung gestoppt und die Einhaltung der strengen Schutzmaßnahmen besser kontrolliert und härter geahndet wird.

 

Ein großer Schritt in die richtige Richtung gelang bereits mit der Unterzeichnung der „Düsseldorfer Erklärung gegen illegale Greifvogelverfolgung“ für Nordrhein-Westfalen (NRW): Im Jahr 2005 einigten sich der Landesjagdverband von NRW, der NABU sowie BUND, die NRW- Ornithologengesellschaft sowie die Politik auf gemeinsame Positionen. Unter anderen vereinbarten die Beteiligten den ganzjährigen Schutz ohne Ausnahmegenehmigungen gegen die Bejagung oder Tötung der einheimischen Greifvogelarten. Ähnliche Erklärungen sind auch in Niedersachsen und Baden-Württemberg unterzeichnet worden. Besonders erfreulich ist, dass sich die Jägerschaft dort aktiv an guten Lösungen für den Schutz der Greifvögel beteiligte. Ein wichtiger Meilenstein wurde ebenfalls in NRW ins Rollen gebracht. Seit 2005 widmet sich eine eigens geschaffene Stabsstelle zur Bekämpfung von Umweltkriminalität unter anderem der Eindämmung illegaler Greifvogelverfolgung. Die im Umweltministerium angesiedelte Einrichtung arbeitet intensiv mit den Polizeibehörden zusammen, um eine konsequente Strafverfolgung zu ermöglichen. Der NABU setzt sich dafür ein, dass in jedem Bundesland eine Stabsstelle gegen Umweltkriminalität eingerichtet wird.
 

   


 

Foto: NABU, R. Roessner

So können Sie helfen!

Horstschutzonen sind ein guter Schutz für den Nachwuchs.

Erkennen und melden Sie illegale Greifvogelverfolgung! NABU Broschüre gegen illegale Verfolgung Zeigen Sie Störungen oder Vernichtungen von Bruten und Nestern bei den Naturschutzbehörden an, denn dies sind strafbare Handlungen nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Wenn Sie Fallen mit Locktauben, vergiftete oder abgeschossene Greifvögel entdecken, machen Sie Fotos und informieren Sie die Polizei. Bis Ende 2015 können Sie dem NABU auch Fälle online oder telefonisch melden. Informationen zum Erkennen von strafbaren Fällen sowie dem Verhalten bei einem Fund finden Sie auf unserer Webseite www.nabu.de.


Horstschutzzonen einrichten
Melden Sie Habichtbrutplätze an die zuständigen Forst- und Grünflächenämter. Die Kenntnis von Brutrevieren und Horstbäumen sowie Wechselhorsten ist zwingend notwendig, um Baumpflegearbeiten und Fällungen im Horstbereich zu vermeiden. Auch die systematische Kartierung von Greifvogelhorsten hilft beim Erkennen illegaler Verfolgung.

Glasscheiben vogelsicher machen
Informieren Sie Straßenbauverwaltungen oder Verkehrsbetriebe über die Gefahren unzureichend gesicherter gläserner Wind- und Lärmschutzscheiben, Hausecken oder Wartehäuschen und empfehlen Sie Schutzmaßnahmen.

Verletzte bergen
Haben Sie einen verletzten Greifvogel gefunden, wenden Sie sich an die Unteren Landschaftsbehörden, die Landesämter für Umwelt und Natur oder die jeweiligen NABU Landesverbände. Falls möglich, ist die nächstgelegene veterinärmedizinische Einrichtung natürlich die erste Adresse, um dem Tier zu helfen. Auch Pflegestationen
für Wildtiere geben Ihnen gern Auskunft . Weitere Anlaufstellen sowie Kontaktdaten finden Sie auf unserer Internetseite zum Vogel des Jahres.

 


 

Verwandte des Habichts

Gemeinsames Schicksal

Alle Greifvogelarten teilen ein gemeinsames Schicksal: Lange wurden sie massiv gejagt und verfolgt. Schon der veraltete Begriff „Raubvögel“ suggerierte, dass Greifvögel zu bewussten kriminellen Handlungen fähig seien. Heute sprechen Vogelkundler stattdessen von Beutegreifern. Denn die Tiere „rauben“ ihre Beute nicht. Sie „greifen“ nach Nahrung, um zu überleben. Anhaltende illegale Verfolgung und der Verlust von Lebensräumen führen bei Rotmilan, Schreiadler und einigen anderen Arten jedoch erneut zu abnehmenden Bestandszahlen.
 

Der Sperber - Zum Verwechseln ähnlich

Der Sperber wirkt wie eine Miniaturausgabe des Habichts. Oberseits grau und unterseits fein gebändert, sehen sich die Altvögel beider Arten sehr ähnlich. Junge Sperber sind auf ihrer Unterseite ebenfalls gebändert, während junge Habichte eine Längsfleckung aufweisen. Die Bänderung der erwachsenen Sperbermännchen auf dem Bauch ist rostrot statt dunkel. Ihre Partnerinnen sehen Habichten durch den geringeren Größenunterschied und die vergleichbare Färbung besonders ähnlich. Jedoch sind Habichte gut an ihrem wesentlich deutlicheren weißen Überaugenstreif zu erkennen.

Klein, aber häufig vertreten

Im Flug wirkt der Sperber viel zierlicher als der Habicht: Sein Schwanz ist proportional länger mit einer schmalen Basis. Sein Artverwandter hingegen wirkt durch den breiteren Schwanzansatz ein wenig korpulenter. Bei der Nahrungssuche bevorzugen beide Arten Vögel, wobei der Sperber als typischer Kleinvogeljäger meist Beute bis Starengröße fängt. Wie der Habicht bewohnt der Sperber offene Waldlandschaften, hat sich aber bereits vor ihm in Siedlungen gewagt. Sein Bestand in Deutschland ist etwa doppelt so hoch wie der des Habichts. Neben Habicht und Sperber gibt es in Deutschland noch vierzehn weitere regelmäßig brütende Greifvogelarten. Elf davon gehören zu den „Habichtartigen“ (Accipitriformes), den echten Greifvögeln. Nach neuesten Erkenntnissen nicht näher mit diesen verwandt, sind dagegen unsere drei Falkenarten, die von Wissenschaftlern inzwischen eher in die nähere Verwandtschaft von Papageien eingeordnet werden. Die häufigsten und auffälligsten Greifvögel in Deutschland sind Mäusebussarde und Turmfalken. Letztere sind viermal und Mäusebussarde mindestens sechsmal so zahlreich vertreten wie unser Vogel des Jahres 2015.

 

NABU Vogel des Jahres 2015 Broschüre - Der Habicht

NABU Broschüre gegen illegale Verfolgung

SZ v. 18.10.2014 Seltsamer Preisträger

SZ v. 10.04.2015 Hilfe für den Habicht

(Textquelle: NABU-Presseveröffentlichung Oktober 2014).


 

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