Fortsetzung des Berichts zum Blumenwiesenfest am 27.06.2004

Mit unserem Blumenwiesenfest am Sonntag, 27. Juni 2004 stellten wir am Weg von Ennetach in die Donauauen unsere sehr schönen Infotafeln der Öffentlichkeit vor. Die Tafeln 150x100cm in Vierfarbdruck wurden von uns gestaltet.

Unter dem Titel „ Blumenwiesen, ein artenreiches Naturerlebnis“  sind, in den Donauauen noch vorkommende, besondere Tier- und Pflanzenarten zu sehen.

Bereits relativ früh kamen die ersten Gäste.

Der Streichelzoo für die Kinder mit Ziegen, einem sehr zutraulichen Schaf und Kaninchen stand bereit...

... und wurde in der Folge von den Kindern gerne und sehr stark in Anspruch genommen.

 

 

Getränke, Kaffee und Kuchen, Brezeln und die Musik wurden emsig aufgebaut.

 

Und bald füllten sich Bänke und Tische sehr zu unserer großen Freude.

 
Die Kinder hatten einen eigenen Mal- und Spieltisch.

Unser 1. Vorsitzende Werner Löw (Bild) und der Ortsvorsteher von Ennetach, Wolfgang Eberhard, sprachen Grußworte.

 

    

Die Band "Jazz Take It" unterhielt die Gäste mit sehr ansprechender Musik...

 

 

... und der Gesangsverein Liederlust trat mit Wiesenliedern an.

     

Uns interessiert vor allem die Zukunft, denn das ist die Zeit, in der unsere Kinder und Kindeskinder leben werden.

Dieses abgewandelte Wort von Albert Einstein ist die wichtigste Leitlinie des NABU, auch in  Mengen, Scheer, Hohentengen, Ostrach.

Man interessiert sich für Geschichte, auch für die eigene und besinnt sich auf Bewährtes. Doch mit Nostalgie hat man beim NABU wenig am Hut.

Aber seinen Wurzeln nachgehen und Entwicklungen im Nachhinein verfolgen kann auch lehrreich und ganz interessant sein.

Verwundert nahm man beim NABU Mengen 2003 den Hinweis des Landesverbandes auf, er könne das 100 jährige Jubiläum feiern.

1903 sei in Mengen eine Ortsgruppe des Bundes für Vogelschutz, BfV, Vorläuferverband des heutigen Naturschutzbundes Deutschland, NABU, gegründet worden.  Vorsitzende war eine Frau Dr. Beck. Das war den Naturschützern aus Mengen und Umgebung etwas Neues. Recherchen haben dann ergeben, dass es sich tatsächlich um unser württembergisches Mengen handelt.

Bei der Spurensuche im Stadtarchiv wurden man auf Hinweis von Archivar Anton Stehle in den Zeitungsbänden „Der Bürgerfreund“ dem damaligen Amtsblatt unserer Region, fündig. Es gibt dort immer wieder Veröffentlichungen des BfV zu Naturschutzmaßnahmen oder Anregungen zu naturfreundlichem Verhalten.

Seite 124 ist ein Protokoll v. 9. Mai 1908 des damaligen Verschönerungsvereines zu finden. Danach wurde auf Vorschlag des Stadtschultheißen Joseph Laub als Vorsitzender des Vereines, das Anbringen weiterer Nistkästen und der Beitritt des Vereines zum Bund für Vogelschutz beschlossen. Joseph Laub war, dies ist auch aus dem Zeitungsband zu entnehmen, ein sehr naturverbundener und weitsichtiger  Mann. 1908 war Frau L. Ruopp Vorsitzende der Ortsgruppe mit inzwischen 68 Mitgliedern. In einer Chronik des späteren „ Deutschen Bund für Vogelschutz“  finden sich Nachweise der Ortsgruppe Mengen bis 1927. Des Weiteren befinden sich im Archiv Mengen die Jahreshefte des BfV der Jahrgänge 1925 bis 1953. Archivar Stehle schließt daraus  die Mitgliedschaft der Stadt Mengen beim BfV. Damit ist der Nachweis für eine aktive BfV-Ortsgruppe in Mengen über Jahrzehnte gesichert. Danach verlieren sich aber die Spuren.

In den Analen der jetzigen Ortsgruppen findet sich 1980 ein erster Schriftverkehr mit dem DBV. 1983 entstand aus Mitgliedern des BUND und DBV in Mengen die Aktion „Natürliche Umwelt“. Am 15. April 1988 war im Hotel Baier in Mengen die Gründungsversammlung der Ortsgruppe Mengen des Deutschen Bundes für Vogelschutz. 1.Vos. wurde Werner Löw, Alfons Laux sein Stellvertreter. Schriftführerin wurde Brigitte Dufner, Alfred Nosch Kassier, Walter Beil Jugendleiter.

In den Beirat gewählt wurden Walter Gutknecht und Robert Haager. Manfred Stützel und Karl-Heinz Keller wurden als Kassenprüfer bestellt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und  weil man sich Naturschutz im umfassendsten Sinne zur Aufgabe gemacht hat, gab sich der Verband den jetzigen Namen Naturschutzbund Deutschland, NABU.

Die Kutschfahrten zu den Blumenwiesen wurden gerne und sehr zahlreich angenommen.

 

 

Die Ausgabe von Kaffee, Kuchen und Getränken klappte sehr gut. Die mithelfenden Kinder konnten 100 Brezeln an die Besucher verkaufen.

Stündlich fanden sehr interessante Führungen zu den noch verbliebenen Blumenwiesen statt. Dabei konnten nicht nur die anderswo kaum mehr in dieser Üppigkeit und Vielfalt vorhandene Pflanzenwelt mit vielen bunten Schmetterlingen bewundert werden, sondern auch noch die Dorngrasmücke und die Wachtel gehört und mehrere Feldlerchen, der Rotmilan, der Pirol und der Weißstorch, unser Wappentier gehört und beobachtet werden.

 

 

Insgesamt gesehen war das Blumenwiesenfest ein voller Erfolg und eine gute Werbung nicht nur für die schönen Blumenwiesen, sondern auch für unsere Ortsgruppe insgesamt.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Helfern recht herzlich bedanken, die zum Gelingen dieses Festes direkt und indirekt beigetragen haben.

 

 

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