Jahresrückblick 1990 

Der Pirol, Vogel des Jahres 1990

Jahresbericht 1990

Jahreswahl

 

 

5. Januar

DBV-Ausschußsitzung

Die Organisation der Amphibienzäune in Blochingen und Zielfingen war Hauptthema. Außerdem wurde besprochen, wie die Öffentlichkeitsarbeit wirksamer gestaltet werden konnte.

 

Januar

Alfons Laux und Martin Orlik begannen mit der umfangreichen Organisation der Hochstamm-Pflanzaktion für den Spätherbst (SN v. 26.01.90; SN v. 22.03.90).

 

Januar

Gross angelegte Nistkastenaktion des NABU zusammen mit dem BUND. Es wurden Nistkästen für seltenere Arten wie Hohltaube, Gartenbaumläufer, Steinkauz, Schleiereule, Eisvogel und Wasseramsel an verschiedenen Stellen im ganzen Landkreis angebracht (SZ v. 16.01.90).

 

23. Februar

Gemeinsame Sitzung der DBV- und BUND-Ortsgruppe Mengen.

 

 

 

16. März

DBV-Ausschußsitzung

Neben der Jugendarbeit wurde vor allem die bevorstehende Hauptversammlung besprochen.

 

März

Im Sägewerk der Firma Löw, Ennetach entstand der Amphibienzaun aus Holz unter Mitarbeit von Ortsgruppen-Mitgliedern. Wir danken der Fa. Löw für die Zur-Verfügung-Stellung ihrer Maschinen.

 

März / April

Die Amphibienschutzzäune in Ennetach und Blochingen wurden wieder von eifrigen Helfern aufgestellt, betreut und abgebaut. Dabei wurde ein starker Rückgang an beiden Blochinger Zäunen festgestellt. Mit im Einsatz waren Schüler der Realschule Mengen, Helfer und Mitglieder von NABU und BUND.

 

 

27. April

Bei der Hauptversammlung wurde deutlich, dass die Ortsgruppe 1989 neben der "regulären Naturschutzarbeit" im wesentlichen mit der Erstellung von Konzepten für die Umgehungsstraße Mengen beschäftigt war. Bereits damals favorisierten Teile der Ortsgruppe, sofern bei entsprechender Reduzierung des LKW-Verkehrs durch den Gesetzgeber überhaupt notwendig, den Bau der Umgehungsstrasse nahezu so vorzunehmen, wie diese als Kernortentlastungsstraße in den Jahren 2000 bis 2002 realisiert werden sollte.

Daneben wurde hervorgehoben, dass sich der Bau des Amphibienholzzaunes besonders bewährt hatte. Ein Dia-Vortrag von Jost Einstein über das Naturschutzgebiet Federsee fand genauso wie die Hauptversammlung beim Publikum regen Anklang, aber insgesamt leider wenig Andrang (SZ v. 14.05.90).

 

April bis Juni

Veranstaltung von 4 naturkundlichen Führungen unter Leitung von Werner Gottwald.

 

Frühjahr / Sommer

Bestandsaufnahmen über Tiere und Pflanzen im Bereich des Wassergrabens in den Donauniederungen bei Ennetach. Feststellung schutzwürdiger und gefährdeter Flächen. Beantragung einer Unterschutzstellung. 

Östlich des Flugplatzes Mengen liegt das "Ölkofer Ried". Es ist das größte bei uns noch vorkommende Wiesengebiet und letztes Brutgebiet des großen Brachvogels im Kreis Sigmaringen, außerdem Rastgebiet für viele andere Arten der Roten Listen und Wasserschongebiet.

Eine Pressekampagne von NABU und BUND und die Bemühungen bei verschiedenen Behörden hatten das ruhende Unterschutzstellungsverfahren wieder in Gang gebracht.

 

 

Frühsommer

Die verschiedenen Anpflanzungen der letzen Jahre (1450 Pflanzen) mussten immer noch ausgemäht werden.

 

April / Juni

Bestandsaufnahme im Forsthausgarten als Grünzelle im Stadtgebiet und Lebensraum für viele Insekten und Vogelarten und in der Arnoldsgrube Mengen. Die Bebauungsabsicht durch die Stadt Mengen wurde vorerst ruhen gelassen. Der Forsthausgarten sollte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

13. Juli

DBV-Ausschußsitzung im Hecht in Mengen. 

Es ging im wesentlichen um das Mengener Riedle, das Ackerrandstreifenprogramm und dessen Umsetzung und den geplanten Naturgartenvortrag mit Jost Einstein. 

 

 

Herbst

Von der Stadt Mengen wurde in Zusammenarbeit mit der NABU Ortsgruppe und des BUND ein Förderkonzept zur Pflege der Streuobstwiesen vorgestellt.

Es gab zahlreiche Rettungs- und Pflegemaßnahmen für verunglückte Vögel. Für Schleiereulen und Wasseramseln wurde je ein Brutkasten montiert und für den Eisvogel eine Brutröhre angebracht.

 

1. September

Mit einem Infostand und einer "kleinen Tierschau" (Mikroskop) sowie einem Verkaufsstand für Wildblumensamen im Rahmen eines kleinen Flohmarktes beteiligten wir uns am Brunnenfest der SPD vor der Mengener Martinskirche.

Die NABU-Teilnahme war nicht nur ein Beitrag in Richtung Müllvermeidung, sondern brachte auch etwas Geld in die stets knappe Vereinskasse.         

Foto: Rüdiger Hartmann, SZ

 

 

 

12. Oktober

Die Lindenallee bei der Villa Waldhof am Gemeindeverbindungsweg Ennetach-Zielfingen wurde als bedeutendes Naturdenkmal unter Schutz gestellt (Bericht in den SN v. 25.10.90, 1 und 2). Lange hielt der bisherige und damalige Besitzer des Anwesens seine schützende Hand über das Naturdenkmal.

Knapp 10 Jahre später wurde dieses Naturdenkmal jedoch in Zusammenarbeit der Stadt Mengen mit und auf Betreiben eines neuen Anwohners durch die Aufbringung eines Teerbelages schwer beschädigt. Das Landratsamt Sigmaringen als zuständige und entscheidende Behörde wurde "aus Unwissenheit" von der Stadt Mengen nicht informiert.          

Die Missachtung und Beschädigung des Naturdenkmals blieb trotz mehrfacher Intervention beim Landratsamt Sigmaringen für die Beteiligten ohne Konsequenzen.

 

Als "Ergebnis" einer gemeinsamen Begehung stellte der Anwohner sein Grundstück großzügig für eine teilweise Neubepflanzung zur Verfügung und erhielt in der Folge als "Ausgleichsmaßnahme" auf Kosten der Stadt Mengen 3 neue Linden gepflanzt. Sogar das seit Anfang an, nämlich seit knapp 10 Jahren versprochene Schild "Naturdenkmal" wurde vom Landratsamt Sigmaringen endlich angebracht, leider viel zu spät. 

So bleibt nur zu hoffen, dass in Zukunft der Erhaltung der Unversehrtheit von Naturdenkmälern wieder mehr Beachtung geschenkt wird!

         

 

 

Oktober

Das Projekt "Naturschutzgebiet Blochinger Sandwinkel" nahm konkrete Formen an (SZ v. 11.10.90).

 

Spätherbst

Insgesamt 205 junge Hochstamm-Obstbäume konnten bei der Aktion der NABU Ortsgruppe an den Mann bzw. die Frau gebracht werden, ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung der Streuobstwiesen in unserem ländlichen Raum. Alfons Laux und Martin Orlik organisierten die Aktion zusammen mit Werner Löw und pflanzten die Bäume zum Teil selbst, so für die Familie Moss im Schwärzental bei Mengen.

 

 

2. November

DBV-Ausschußsitzung im Hecht in Mengen. 

Erfreulicherweise konnte der Neuzugang von 3 weiteren Mitgliedern verbucht werden. Manfred Stützel berichtete von der bevorstehenden Mähaktion im Mengener Riedle durch die Firma Holder und der durch die  Realschule Mengen übernommenen Patenschaft. Alfons Laux berichtete, dass im Rahmen des Dorfsanierungsprogramms Blochingen insgesamt 150 bezuschusste Obstbaumhochstämme gepflanzt werden konnten.

 

10. November

Große Mähaktion im Mengener Riedle.

 

Winter 

Kartierung der bei uns überwinternden Vögel auf einer 30qkm großen Untersuchungsfläche bei Wilflingen für die AVIFAUNA, eine Forschungsgesellschaft im NABU Baden-Württemberg.

 

 

Umfangreicher Bericht Mengener Riedle 1990 Ortsgruppe / Realschule Mengen:

Seite 1: Titel

Seite 2: Betreuung (Text und Karte)

Seite 3: Übersichtstabelle Betreuung

Seite 4: Organisationsschema für die Betreuung

Seite 5: Schutzbemühungen

Seite 6: Pflegeverträge (1990)

Seite 7: Naturschonende Bewirtschaftung

Seite 8: Zur Ausweisung als Naturschutzgebiet

Seite 9: Fortsetzung Seite 8

Seite 10: Bestandsaufnahmen Beizkofer Störche 1990

Seite 11: Nahrungsreviere des Beizkofer Storchenpaares

Seite 12: Artenliste im Mengerer Riedle (siehe auch 1989).

Seite 13: Pflegemaßnahmen

Seite 14: Pflegeaktionen im Einzelnen

Seite 15: Patenschaftsurkunde

Seite 16: Cartoon / Was können Sie tun ?

 

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